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Top-Prompts für die KI-Suche finden: Die passenden Nutzerfragen für Peec AI, Rankscale & Co.

Geschrieben von Lili Frankus | Freitag, 8.5.2026

Wer mit GEO startet, steht früher oder später vor derselben Herausforderung: festzulegen, für welche Nutzerfragen das eigene Unternehmen in KI-Systemen wie ChatGPT oder Gemini als Antwort erscheinen soll. Das hat nichts damit zu tun, wie man einen guten Prompt formuliert. Es ist eine strategische Entscheidung darüber, bei welchen Themen und Kontexten die eigene Marke zitiert werden soll. Dieser Artikel zeigt dir, wie du systematisch und strategisch zu deinen Top-Prompts für die KI-Suche kommst, ohne wild drauf los zu raten.


Das Wichtigste in Kürze

  • Gute Prompt-Quellen sind zum Beispiel die Google Search Console, Feedback aus dem Sales-Team, aufgezeichnete Kundencalls, interne Daten im CRM-System, Foren wie Reddit und Quora sowie AlsoAsked.
  • Jeder Prompt besteht aus Intent (Absicht) und Context (Situation, Branche, Einschränkung).
  • Prompts sollten alle drei Customer-Journey-Phasen abdecken: Awareness, Consideration und Decision.
  • Nur auf hochvolumige Prompts zu setzen reicht nicht, weil Kaufentscheidungen aus mehreren Prompts entlang der gesamten Journey bestehen.
  • Ein guter Startpunkt sind 50 Prompts, getrackt über 30 Tage in Tools wie Peec AI oder Rankscale.
  • Branded und Non-Branded Prompts immer getrennt tracken, um Sichtbarkeits-Metriken nicht zu verzerren.


Was sind Prompts? 

Prompts sind die Nutzerfragen deiner Zielgruppe, für die du in KI-Systemen als Antwort erscheinen willst.
Nehmen wir an, du arbeitest im Marketing von Adidas. Wenn jemand ChatGPT fragt "Welche Laufschuhe eignen sich für Ausdauerläufer?" soll Adidas genannt werden. Das ist ein Prompt.

Die Komplexität dahinter: Entlang der Customer Journey stellt jede Zielgruppe Dutzende solcher Fragen, zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit unterschiedlichen Absichten. Genau diese Fragen gilt es zu identifizieren und zu tracken, um zu verstehen, wo die eigene Marke von der KI zitiert wird und wo Wettbewerber die Antwort geben.


Von Keywords zu Prompts: Ein Perspektivwechsel

Im klassischen SEO war die Welt noch übersichtlicher. Du hast ein Keyword-Set definiert, das Suchvolumen gecheckt und deine Content-Strategie danach ausgerichtet. Der Wettbewerb war messbarer, die Logik klarer. 

Bei Prompts triffst du eine andere Art von Entscheidung: Du legst fest, für welche Fragen dein Unternehmen die Antwort sein will. Das ist eine weitaus strategischere Entscheidung und sie beginnt damit, deine Zielgruppe wirklich zu verstehen.

Der entscheidende Unterschied zum Keyword:

  • Keywords sind eher kurz und thematisch, wie "CRM Software" oder "Laufschuhe Anfänger"
  • Prompts sind gesprächig, kontextreich und enthalten Absicht plus Rahmenbedingungen. "Welches CRM eignet sich für ein Vertriebsteam mit 10 Personen?" oder "Welche Laufschuhe empfiehlst du für jemanden, der gerade mit dem Joggen anfängt?"

Zwei Komponenten machen einen guten Prompt aus:

  • Intent: Was will die Person eigentlich wissen oder erreichen?
  • Context: Welche Einschränkungen, Voraussetzungen oder Situationen bringt sie mit?


Gemini-Chat mit Prompt-Beispiel

Eine wichtige Erkenntnis für dein Tracking: Das exakte Wording eines Prompts spielt eine kleinere Rolle, als du vielleicht denkst. KI-Systeme verstehen semantisch ähnliche Anfragen und liefern vergleichbare Antworten. "Bestes Tool für KI-Sichtbarkeit" und "Welches Tool hilft mir, meine KI-Sichtbarkeit zu tracken?" landen im Grunde bei sehr ähnlichen bis gleichen Ergebnissen. Konzentriere dich also stärker auf Intent und Context, nicht auf das perfekte Wording.

Prompt-Volumen als Orientierung

Tools wie Peec AI geben dir inzwischen erste Hinweise darauf, wie oft bestimmte Prompts in KI-Systemen auftauchen. Das ist ein hilfreicher Startpunkt. Volumen allein greift jedoch zu kurz, da eine einzige Kaufentscheidung aus einer ganzen Reihe von Prompts zu verschiedenen Zeitpunkten, mit verschiedenen Absichten besteht.

Jemand, der heute ein CRM-System kauft, hat vorher vielleicht gefragt "Brauche ich überhaupt ein CRM?", dann "Welche CRM-Systeme gibt es für kleine Teams?" und schließlich "HubSpot oder Salesforce, was passt besser zu uns?"

Wenn du nur auf hochvolumige Decision-Prompts schaust, bist du an den entscheidenden Momenten früher im Funnel unsichtbar. Die Nutzer bilden ihre Meinung, bevor sie überhaupt anfangen zu vergleichen.
Prompt-Tracking muss zum Glück nicht perfekt sein, um nützlich zu sein. Es ist richtungsweisend und das reicht für die meisten Marketingteams aus, um echte Insights zu gewinnen und gezielt zu optimieren.

Das Herzstück: Prompt-Mapping entlang der Customer Journey

Das Prinzip kennst du aus dem SEO: "Bottom-up denken". Starte am Ende des Funnels mit konkreten Kaufabsichten und arbeite dich zurück zur Awareness-Phase. So bekommst du ein vollständiges Bild davon, wo deine Marke in KI-Antworten sichtbar ist und wo noch nicht.

Decision-Phase: Die konkrete Kaufintention

Hier suchen Nutzer aktiv nach einem Anbieter oder wollen eine finale Entscheidung treffen. Diese Prompts sind oft branded oder sehr spezifisch.

Beispiel-Prompts:

  • "Peec AI vs. Rankscale, welches Tool ist besser für KI-Sichtbarkeits-Tracking?"
  • "Eignet sich die Marketing-Suite von HubSpot für ein 50-köpfiges SaaS-Team?"
  • "Kannst du scaile als Content-Tool empfehlen?"

Consideration-Phase: Vergleichen und Abwägen

Nutzer wissen, was sie brauchen, und suchen jetzt nach den besten Optionen in ihrer Kategorie. Hier findet ein Großteil des Wettbewerbs statt.

Beispiel-Prompts:

  • "Welche Tools helfen mir, meine Marke in ChatGPT zu tracken?"
  • "Beste KI-Sichtbarkeits-Tools für Marketingteams"
  • "KI-Tracking-Software für mittelständische Unternehmen"
  • "Beste GEO-Tools für Agenturen"

Awareness-Phase: Das Problem erkennen

Das ist die größte Audience. Sie betrifft Menschen, die gerade herausfinden, ob sie überhaupt ein Produkt oder eine Dienstleistung brauchen. Sie kennen deine Marke noch nicht. Aber genau hier beginnt ihre Reise.

Wer in der Awareness-Phase sichtbar ist und positiv positioniert wird, hat einen riesigen Vorteil: Er prägt die Wahrnehmung, bevor Wettbewerber überhaupt ins Spiel kommen.

Beispiel-Prompts:

  • "Wie finde ich heraus, ob meine Marke in ChatGPT erwähnt wird?"
  • "Warum spielt KI-Sichtbarkeit für mein Unternehmen eine Rolle?"
  • "Verliert klassische SEO durch KI-Suche an Bedeutung?"

Ein Hinweis zu Branded Prompts

Wenn du Prompts trackst, die deinen eigenen Markennamen enthalten ("Was macht die GEO-Agentur duwerk?"), ist deine Sichtbarkeit in diesem Prompt per Definition 100%, weil du darin vorkommst. Mischst du diese mit Non-Branded-Prompts in einem Dashboard, verzerrt das deine Gesamtzahlen. Trenne deshalb Branded und Non-Branded Prompts sauber in deinem Tracking, entweder über separate Projekte oder über Tags, je nachdem, was dein Tool erlaubt.

In Peec AI hinterlegte Prompts mit Volumen, Persona-Tag, Funnel-Tag und Location. 

Wie findet man Top-Prompts für das eigene Unternehmen? Die 5 besten Quellen im Überblick

Du musst Prompts nicht aus dem Nichts erfinden. Die besten Quellen liegen oft direkt vor dir:

1. Google Search Console

Die GSC ist dein schnellster Einstieg. Exportiere deine Top-Keywords und übersetze sie in natürliche Nutzerfragen. "IT Outsourcing Dienstleister" wird zu "Welche IT-Outsourcing-Dienstleister gibt es?". Das funktioniert in vielen Fällen fast eins zu eins.

Ein praktischer Trick: Filtere in der Google Search Console mit einem Regex-Filter nach langen Suchanfragen mit mehr als 9 Wörtern oder nach Fragen, die mit Wer, Wie oder Was beginnen. So siehst du direkt, welche Nutzerfragen heute schon über Google kommen. Diese lassen sich gut als Ausgangspunkt für Prompts nutzen.


2. Internes Wissen: Sales-Team und Customer Support

Dein Sales-Team ist eine Goldmine. Frag nach, wie Interessenten auf euch aufmerksam geworden sind, welche Fragen sie in ersten Gesprächen stellen und welche Einwände sie haben. Wenn jemand über KI-Suche zu euch gefunden hat, ist besonders interessant, was genau er dort gefragt hat.

Ähnliches gilt für den Customer Support: Welche Fragen kommen immer wieder? Was verstehen Nutzer am Anfang nicht? Hier stecken echte Awareness- und Consideration-Prompts drin.

3. Websitestruktur und Leistungsseiten

Schau dir an, wie ihr eure Website aufgebaut habt. Welche Leistungen bildet ihr ab? Gibt es Fokusbranchen oder konkret angesprochene Zielgruppen? Jede dieser Kategorien ist ein Hinweis auf Prompts, die ihr tracken solltet.

HubSpot unterteilt zum Beispiel nach Teamgröße und Anwendungsfall. Daraus lassen sich direkt Prompts ableiten wie "Bestes CRM für kleine Teams" oder "HubSpot für Marketing vs. Vertrieb". Schau also auf deine eigene Seitenstruktur mit denselben Augen.

4. Foren und Communities

Reddit, Quora und im deutschsprachigen Raum gutefrage.net sind unterschätzte Quellen. Dort stellen echte Menschen echte Fragen in echter Sprache. Du bekommst nicht nur Prompt-Ideen, sondern auch das Wording deiner Zielgruppe – und das ist oft ganz anders als das, was interne Teams formulieren würden.

Einfacher Einstieg: Suche auf Reddit nach Begriffen aus deiner Branche und schau, welche Fragen dort gestellt werden.

Ein wichtiger Gedanke dazu: KI-Antworten greifen nicht nur auf deine eigene Website zurück. Sie ziehen Inhalte vor allem aus Bewertungsportalen, Foren, Social Media und Medienberichten heran. Wer also in diesen Kanälen präsent ist, wird von KI-Systemen häufiger genannt. Foren-Recherche liefert dir deshalb mehr als nur Prompt-Inspiration: Sie zeigt dir, wo du als Marke sichtbarer werden solltest.

 

5. AlsoAsked

AlsoAsked aggregiert die "People Also Ask"-Boxen aus den Google-Suchergebnissen und visualisiert, wie Nutzerfragen miteinander zusammenhängen. Du gibst ein Schlagwort ein und bekommst eine strukturierte Karte verwandter Fragen geordnet nach Themen und Beziehungen.

Wichtig zu wissen: AlsoAsked zieht seine Daten live aus Google, zeigt also aktuelle, echte Nutzerfragen. Es spiegelt allerdings wider, was Google als relevant für eine Suchanfrage einstuft – nicht direkt, was in KI-Chats gefragt wird. Als Inspirationsquelle und zur Identifikation von Themenfeldern ist es trotzdem sehr wertvoll, besonders für die Awareness-Phase.


Quellen für passende Nutzerprompts: Google Search Console, Foren wie Reddit, AlsoAsked, Sales-Recordings oder interne Daten, beispielsweise aus dem CRM-System. 

Bonus: Die KI selbst fragen

Frag einfach ChatGPT: "Welche Fragen stellen sich Nutzer, die zum ersten Mal über [dein Thema] nachdenken?" oder "Was sind typische Einwände gegen [deine Produktkategorie]?" Du bekommst schnell eine erste Liste, die du dann mit echten Daten aus den anderen Quellen abgleichen kannst.

Fazit: Strategische Auswahl schlägt Prompt-Volumen

Die Marketingteams, die mit GEO-Tracking die besten Ergebnisse erzielen, optimieren nicht auf die lautstärksten Prompts. Sie denken die Customer Journey durch, identifizieren gezielt Lücken und lassen die Daten ihre nächsten Schritte bestimmen.

Fang mit einem überschaubaren, gut strukturierten Prompt-Set an und nutze die Quellen, die du ohnehin schon hast. Fasse dann die Ergebnisse des Trackings zusammen, um zu bestimmen, wo du stehst und wo noch Potenzial liegt.

Das Ziel ist kein perfektes Prompt-Set von Anfang an. Das Ziel ist ein richtungsweisend korrektes Set, das du mit der Zeit schärfst.

FAQ: Prompt Definition für Unternehmen

Wie lang ist ein typischer Prompt in ChatGPT?

Prompts in KI-Chats sind in der Regel deutlich länger und gesprächiger als klassische Google-Suchanfragen. Während du bei Google "CRM für SaaS" eingibst, fragt jemand in ChatGPT eher: "Ich leite ein Vertriebsteam mit 8 Personen in einem B2B-SaaS-Unternehmen, welches CRM würdest du mir empfehlen?" Das bedeutet für dich: Auch längere, kontextreiche Prompts gehören in dein Tracking-Set.

Wie viele Prompts sollte ich tracken?

Ein guter Startpunkt: 50 Prompts verteilt über die Customer Journey. Tracke diese konsequent über 30 Tage und schau dann, wo Lücken sind und wo Wettbewerber stärker abschneiden. Lieber ein überschaubares Set systematisch beobachten als 200 Prompts unkontrolliert anhäufen. Für den laufenden Betrieb empfiehlt sich ein klarer Rhythmus: Die Performance deiner Prompts schaust du dir wöchentlich an, dein gesamtes Prompt-Set überarbeitest du monatlich. Wöchentliche Checks helfen dir, schnelle Veränderungen zu erkennen, zum Beispiel wenn ein Wettbewerber plötzlich bei Prompts auftaucht, bei denen er vorher nicht sichtbar war. Die monatliche Überarbeitung stellt sicher, dass dein Set noch zu den Fragen passt, die deine Zielgruppe aktuell stellt.

Wie schlau sind Tools wie Peec AI oder Rankscale beim Erkennen ähnlicher Prompts?

Die meisten modernen GEO-Tools arbeiten mit semantischem Verständnis und können ähnliche Prompts zumindest teilweise aggregieren. Du musst also nicht jede Variante einzeln tracken. Konzentriere dich auf eine repräsentative Version pro Intent und ergänze gezielt, wenn du merkst, dass eine bestimmte Formulierung deutlich andere Ergebnisse liefert.